thomas11

2007-10-02

Tushita Meditation Centre in Delhi

Filed under: india, religion — Tags: , , , , , , — thomas11 @ 11:56

My friend Mayank, author of the fabulous The Delhi Walla blog, pestered me with great endurance until I wrote a piece for him ;-)  It’s about Tushita Meditation Centre in Hauz Khas, Delhi, and it’s up here.
Enjoy.

2007-06-08

Qawwali in Nizamuddins Schrein

Filed under: deutsch, india, religion — thomas11 @ 22:30

Qawwali at Nizam-ud-dins shrine, DelhiRichtig spannend wurde es am Donnerstag bei der Qawwali in Nizamuddins Schrein. Lesern von City of Djinns wird das bekannt vorkommen. Die Qawwali ist eine dem Islam zugehörige musikalische Darbietung, die dem Sufismus entspringt und in Gegenden, in denen diese heute nicht mehr allzu verbreitete islamische Tradition noch Einfluss hat, dargeboten wird. Die Sufis waren Männer, die allzu strenge Vorschriften und zu engen Fokus auf den Koran ablehnten und stattdessen die persönliche Erfahrung, den emotionalen Kontakt mit Gott in den Mittelpunkt stellten. So ist auch die Qawwali eine recht ekstatische Musikform, die nur improvisiert gespielt und gesungen wird und deren Texte hauptsächlich Hymnen und Liebesbekundungen an Gott sind.

Qawwali at Nizam-ud-dins shrine, DelhiIn Delhi gibt es ein sehr altes Viertel, Nizamuddin, in dem praktisch nur Muslime leben. Tatsächlich fühlt man sich in die Gassen einer arabischen Stadt versetzt (nicht dass ich da schon mal selbst war). Menschen drängen sich durch enge Gassen, in denen man den Himmel nicht mehr sieht, fast alle Männer haben die weißen Kappen auf (wie heißen die denn?), man sieht Frauen in der Burka, Läden verkaufen religiöse Literatur und Gebetsteppiche. Der Stadtteil ist nach dem Schrein eines verehrten Heiligen, Nizam-ud-din Aulia, benannt. Donnerstags versammeln sich die Gläubigen, und einige versprengte Touristen, dort zur Qawwali. Vorher noch das Abendgebet – Ungläubige zurücktreten!, und jeder wollte noch schnell in den Schrein. Jeder Mann, versteht sich – Frauen verboten. Die saßen etwas traurig-teilnahmslos draußen, und nahmen auch an der folgenden Qawwali nicht teil.

Das Gedränge und die Hitze waren unheimlich. Aber mir blondem Europäer hat man schnell einen guten Sitzplatz in der ersten Reihe verschafft – ein paar Privilegien genießt man schon, ob man will oder nicht.

Qawwali at Nizam-ud-dins shrine, DelhiDie Musik begann langsam. Zwei Harmonia, ein Trommler, und zwei Sänger boten melancholisch anmutende etwas schleppende Weisen dar. Die Menge beruhigte sich, und die Konzentration der Anwesenden stieg. Dann wurde die Musik schneller. Die Stimmen der Sänger erhoben sich, immer abwechselnend und ineinander fließend, bis zu einer wilden Mischung aus Gesang und Rufen. Lange, ohne Pause und mit wechselnden Sängern, zog sich die Musik hin und die Zuhörer tiefer in diese eigenartige, aber schöne Stimmung hinein. Eine hypnotische Musik, die viele der Männer erfasste, die die Augen schlossen oder die Arme zum Himmel erhoben. Langsam, in einer schwer zu beschreibenden Stimmung, standen wir unauffällig auf und spazierten noch ein paar Mal, begleitet von der Musik, um den Schrein.

Woche der Religionen

Filed under: deutsch, india, religion — thomas11 @ 17:24

In Indien sind sämtliche Weltreligionen vertreten, und dazu noch einige, deren Anhänger wie die Hindus fast nur in Indien zu finden sind, wie die Sikhs, die Jains oder die Parsen. Es ist deshalb unheimlich interessant, diese religiösen Gruppen auch mal in echt zu besuchen. Letzte und vorletzte Woche hab ich da mal eine größere Tour gemacht.

In Hindu-Tempeln war ich schon öfters, neben ein paar kleineren zum Beispiel im Ram Mandir in Ayodhya – das beeindruckt selbst Inder! Hier in Delhi war ich jetzt endlich mal im Akshardam-Tempel. Dieser neue Tempel hat sich in kürzester Zeit zu einer überregionalen Sehenswürdigkeit gemausert. Verständlicherweise: er ist einfach ungeheuer prachtvoll. Detaillierteste Steinhauereien bedecken jeden freien Zentimeter. Und es sind viele Zentimeter. Diese Pracht, zusammen mit einigen Ausstellungen, in denen der Gründer dieser speziellen Guru-Linie und seine Nachfolger in fundamentalistisch anmutender Weise über den grünen Klee gelobt wurden, ist mir zwar ziemlich suspekt. Rein visuell ist der Tempel aber ein Erlebnis. Das liegt aber auch an den Besuchern: es geht zu wie auf dem Jahrmarkt. Jeder muss Akshardam gesehen haben, und so schiebt man sich durch und stellt sich an. Immer wieder. Kinder betteln um ein Eis, und das angeschlossene Restaurant wirkt wie eine Fabrikkantine (allerdings mit ausgesprochem guten Essen!). Der gigantische Parkplatz und Vorhof und die strengen Sicherheitsverkehrungen vermitteln eine Art Flughafenatmosphäre. Kurios, aber schön. Kameras waren nicht erlaubt.

During Meditation, Tushita Meditation Center, DelhiAm folgenden Montag war wie üblich abends unsere tibetisch-buddhistische Meditationsgruppe im Tushita Meditation Center, und mit Erlaubnis der leitenden Nonne bin ich mal kurz für ein Bild aufgestanden. Wer in Delhi ist, sollte da mal vorbeischauen (Pause bis September). Yeshe (eine gebürtige Norwegerin!) erklärt gerne alles, und es gibt wunderschöne Thangkas und Statuen zu bewundern (man beachte im Bild oben den großen Buddha rechts). Ich habe hier immer einen großen Frieden und große Herzlichkeit erlebt.

Gleich am Tag darauf hatte es sich ergeben, dass ich mit Mayank zu einer großen Gurdwara, einem Sikh-Tempel, ging. Die Stimmung in der Gurdwara Bangla Sahib fand ich fesselnd. Es wirkte bedeutend religiöser, spiritueller auf mich als meine Erfahrungen mit Hindu-Tempeln, bei denen ich immer den Eindruck hatte, dass die meisten Besucher nur eine Pflicht abwickeln. (Ich hoffe, ich trete damit niemandem auf die Füße. Das ist mein persönlicher Eindruck.) Deshalb war es aber keineswegs orthodox-streng, sondern sehr angenehm.

Gurudwara Bangla Sahib, Delhi

In der Gurdwara lasen drei ältere Männer aus dem Guru Granth Sahib, der heiligen Schrift der Sikhs, vor, während die Gläubigen eine riesige Ausgabe selbiger umkreisten und Respekt bezeugten. Im weitläufigen Innenraum saßen Familien und hörten ihnen zu, oder hingen ihren eigenen Gedanken nach. Auf dem Außengelände befindet sich ein großes Wasserbecken, an dem Gläubige Waschungen durchführten und es im Uhrzeigersinn umrundeten. Viele saßen einfach so und hörten der Lesung zu oder plauderten.

Richtig spannend wurde es schließlich nochmal am Donnerstag bei der Qawwali in Nizamuddins Schrein. Dieser habe ich einen eigenen Eintrag gewidmet.

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