thomas11

2007-04-04

Nehru Place und Lotus Temple

Filed under: deutsch, india — thomas11 @ 10:47

Nehru Place, DelhiNehru Place ist einer der größten Märkte Delhis, und ist vor allem auf Elektronik und Software spezialisiert. Der “Lotus Temple”, richtig “Baha’i House of Worship” ist ein Tempel der Baha’i Religion. Was haben die beiden miteinander zu tun? Eigentlich nix, aber ich hab gestern beide besucht, da sie in gehbarer Entfernung voneinander liegen.

Zum Nehru Place gibt es Nehru Place, Delhigar nicht so viel zu schreiben, es ist eben ein indischer “Markt”: Strassenverkäufer, tausend kleine Läden von uralt bis glitzernd-neu, Kinder, die einen an jeder Ecke anquatschen. Hier allerdings nicht mit den mittlerweile gewohnten Blumen oder Zeitschriften: “Software, Software!??”. Besonders cool die Strassen-Tintenpatrone-Nachfüller. Die sitzen auf einem Stühlchen vor einem winzigen Tisch mit ein paar alten, verkrusteten Farbflaschen, und man kann da mit einer leeren Patrone von einem Tintendrucker hingehen und die füllen lassen. Was die Qualität der Farbe angeht, hilft, wie immer, viel Vertrauen.

Der Lotustempel ist ein echtes Schmuckstück. Baha'i House of Worship (Lotus temple), DelhiEr ist 35 Meter hoch und hat die Form einer sich öffnenden Lotusblüte, mit 27 einzelnen Blütenblättern aus mit Marmor verkleidetem Beton. Die Baha’i sind eine relativ neue Religion, 1844 in Persien gegründet, die im Prinzip die existierenden Religionen vereinen wollen und für Offenheit und moderate Ansichten stehen. Das kommt einem recht wischi-waschi vor, aber darauf will ich hier nicht eingehen. Lustig war aber, dass die vielgerühmte Offenheit und Toleranz sich nicht ganz in der militärischen Organisation widerspiegelte. Die Wachleute wiesen die Besucher auf dem ganzen Gelände, außer im Tempel, auf’s genaueste ein: Baha'i House of Worship (Lotus temple), Delhi“etwas nach links Sir”, “nach vorne Sir”, “zwei Schlangen bilden”, … Ich habe mich einmal getraut, auf einen Weg (!) zu treten, der nicht direkt zum Tempel führt, und bin keine drei Schritte weit gekommen. Gut, ich kann es verstehen: der Tempel hat mehrere tausend Besucher pro Tag, und mit der Tendenz sowohl der indischen Familien als auch der müden Touristen, jedes ruhige grüne Fleckchen als Rastplatz zu benutzen, würde die Anlage bald nicht mehr so schön aussehen.

Noch eine kurze Anmerkung zum letzten Beitrag: ab und zu kann mal ein (englischer) Beitrag erscheinen, der nix mit Indien zu tun hat. Einfach überlesen. Diejenigen, die das Blog im Browser besuchen, können auch rechts unter Tags auf “india” für das Thema Indien, oder auf “de” für alle deutschen Beiträge klicken.

4 Comments

  1. Du bist ein Super-Reiseführer.
    Sind denn überall so viele Leute? Haben die nichts zu tun?
    So hat’s am Sonntag in Pforzheim beim verkaufsoffenen Sonntag ausgesehen.
    Nach den dringendsten Besorgungen haben wir das Weite gesucht.

    Grüße Mum

    Comment by Mama und Oma — 2007-04-04 @ 20:26

  2. So viele Leute?? Ich hab ja noch gar keine Fotos eingestellt, wo richtig viele Leute drauf sind! :-)

    Nein, viele haben wirklich nix zu tun – hätten aber gern! Man muss sich klar machen, dass die Inder über unsere “Probleme” mit Arbeitslosigkeit nur lachen können.

    Für die Milliarde Leute gibt es einfach bei weitem nicht genug zu arbeiten, zumal der Großteil der Inder ja wiederum so arm ist, dass sie keine nennenswerten Konsumenten darstellen.

    Einkaufen in Indien heißt drängeln oder untergehen. Außer natürlich man gibt sich als westlicher nicht-Student und nicht-im-Feilschen-Erfahrener zu erkennen, dann kommt man automatisch schnell dran.

    Comment by Thomas — 2007-04-04 @ 21:17

  3. Danke für die Belehrung!
    Es war nicht hochnäsig gemeint. Für uns sind diese Menschenmengen jedoch ungewöhnlich.

    Comment by Mum — 2007-04-05 @ 12:54

  4. Kommt mir irgendwie alles bekannt vor ;) Die Märkte fand ich auch immer sehr spannend :)

    Comment by Philip — 2007-04-05 @ 21:33


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