thomas11

2007-03-21

Agra und Taj Mahal

Filed under: deutsch, india — thomas11 @ 20:39

Diesen Montag war ich ja wie schon geschrieben in Agra, 200 km von Delhi, wo das Taj steht (jeder sagt hier nur Taj). Morgens ging’s schon mal gut los, es war nur ein Rikshawfahrer vor dem IIT, also keine Konkurrenz, und wenn man die Train Station als Ziel nennt, ist dem natuerlich klar, dass man da hin muss, ohne groessere Verzoegerung, um den Zug nicht zu verpassen. Also hat er genuesslich voellig ueberzogene 150 Rupien einkassiert. Aber das sind immer noch nur drei Euro, raubt einem also nicht den Schlaf, nur passe ich mich halt langsam gedanklich dem lokalen Preisniveau an.


Der Zug war schon nett: Fuer die relativ teuren sieben Euro gab’s dann auch gleich nach dem Einsteigen einen Tee, dann eine aktuelle Tageszeitung zur Auswahl, nach ner Stunde dann Fruehstueck. So kann’s losgehen.

In Agra hab ich nach einigem Verhandeln einen Rikshawfahrer fuer 400 Rupien fuer den ganzen Tag bekommen. Das ist super, kein Verhandeln mehr, keine Diskussionen, und kein Warten. OK, warten gibt’s eh nicht, bei der Menge von Fahrern die einen an jeder Ecke anhauen, in der wohl von Touristen am ueberlaufensten Stadt Indiens.

Taj Mahal from Mehtab Bagh

Als erstes hab ich mir Methab Bagh rausgesucht. Das ist ein gepflegter Park im Moghul-Stil, den Eintritt hab ich mir aber gespart, ich wollte nur ans Ufer des Yamuna, denn gerade auf der anderen Seite steht das Taj. Im morgendlichen Nebel schon mal ein wunderschoener Anblick. Auf dem Bild ist aber erstmal nur die Moschee neben dem Taj, ist schoener mit dem Kamel und die Spannung soll ja erhalten bleiben. Ein Junge, der nach eigener Angabe zehn Jahre alt und von Beruf “Camel owner” ist (in der Schule war er Montag morgens um zehn jedenfalls nicht), hat ein Foto von mir vor dem Taj gemacht. Als ich ihm dafuer fuenf Rupien gegeben habe, hat er mich entruestet angeguckt – “only five??? Fifty!” Ja, klar.

Als naechstes ging’s zur Itimad-ud-Daulah, anscheinend besser als “Baby Taj” bekannt. Dieses Grab ist aeusserlich tatsaechlich ein Vorlaeufer des Taj, und ist mit grandioser Feinarbeit verziert.
Itimad-Ud-Daulah, Agra Itimad-Ud-Daulah, Agra

Dann Agras zweitgroesste Sehenswuerdigkeit, das Red Fort. Ich muss sagen, ich bin eher unbeeindruckt. Es ist riesig, und war bestimmt mal wunderschoen verziert, aber die Edelsteine, das Gold, die edlen Vorhaenge usw. sind laengst gepluendert und es bleibt ein leerer Palast, der durch die Bauzeit von 95 Jahren unter verschiedenen Bauherren recht zusammengewuerfelt aussieht.

Vor dem Lunch wurde mir dann der naive Fehler klar, den ich beim Verhandeln mit dem Rikshawfahrer begangen hatte: nicht ausdruecklich “keine Ladenbesuche” gefordert. Die Fahrer kriegen eine nette Provision von Geschaeften, wo sie Touris hinkutschieren. Also: vor dem Essen halten wir bei einem Geschaeft. Ganz tolle Sachen, nette Leute, du kannst sehen, wie die Marmorarbeiten gemacht werden… naja, ok, da ich morgens nicht explizit danach gefragt hatte, sollte ich wohl in zumindest ein Geschaeft mitgehen, dachte ich mir. Die Sachen waren auch echt sehr schoen, alles moegliche aus Marmor (oder vielleicht auch nicht) und Holzschnitzereien. Gekauft hab ich natuerlich nix.
Taj Ganj, Agra
Nachmittags hab ich mich dann in Taj Ganj, einem alten, verwinkelten Stadtteil direkt beim Taj absetzen lassen. Ein bisschen bummeln und ne Stunde Pause im Yash Cafe. Ja, genau das, aus dem Lonely Planet – Indienreisende, die in Agra waren, werden es vielleicht wiedererkennen. Tatsaechlich war es so furchtbar wie erwartet: auf jedem, aber wirklich jedem Tisch hatten die Leute den LP vor sich. (Erklaerung: Lonely Planet, kurz LP, ist ein Verlag fuer Reisefuehrer fuer “Individualreisende”, und besonders in Indien hat jeder Rucksacktourist einen. Was bei den Verkaufszahlen noch “individuell” ist, kann man sich denken. Ja, ich hab ihn auch gekauft.)

Taj Mahal, Agra

Taj Mahal, AgraSchließlich – recht spaet, da ich den Sonnenuntergang dort sehen wollte – das Taj Mahal. Bei aller Schelte ueber den Massentourismus, es ist zurecht so bekannt. Wenn man auf Monumente steht, zumindest (ne, Christina?). Auch die Besuchermassen (obwohl’s ziemlich leer war, denke ich) waren interessant. Alle Laender, alle Arten von Leuten. Taj Mahal, AgraEine Gruppe buddhistischer Moenche in ihren orangenen Roben waren beliebte Fotopartner. Haben zwar nix mit dem Taj zu tun, aber es sieht so schoen exotisch aus :-) Ansonsten lasse ich nur noch die Bilder sprechen, mehr wie immer auf der Fotoseite.

2 Comments

  1. Als ich damals in Delhi war konnte wir das Taj Mahal nicht besichtigen. Ein paar Tage vorher gab es da irgendwelche Anschläge und infolgedessen wurde es für Besucher gesperrt.

    Lohnt sich der Besuch? Dann muss ich wohl doch noch mal nach Indien ;)

    Super Blog übrigens :)

    Comment by Philip — 2007-04-05 @ 21:51

  2. Ja, lohnt sich meiner Meinung nach definitiv. Da man für ganz Indien eh mindestens zwei Jahre braucht, kannst ruhig nochmal kommen.

    Comment by Thomas — 2007-04-05 @ 23:13


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