thomas11

2007-03-14

Qutab Minar

Filed under: deutsch, india — thomas11 @ 09:53

Weiter geht’s, hab ja noch das letzte Wochenende abzuarbeiten, bevor’s dieses Wochenende vorraussichtlich nach Agra geht. Wie ueblich gibt’s mehr Bilder auf der Fotoseite!

Qutab Minar, DelhiIn Indien gibt es eine Vereinigung namens Spic Macay , die der Jugend traditionelle indische Kultur nahebringen will. (Auch hier spricht man oft vom “Werteverfall”.) Die sind auch an der Uni aktiv und haben am Sonntag eine Exkursion zur nahegelegenen Qutab Minar veranstaltet. Das ist ein Minarett, erbaut ca. 1200, in einer grossen Anlage mit Moschee, Gaestehaesern, einem Park usw. (heute alles verfallen, ausser der Qutab selbst). Mit 72,5 Metern Hoehe ist sie das hoechste Minarett der Welt. Aber nicht die Hoehe ist das Ausschlaggebende, sondern die wirklich exquisite Schoenheit des Turmes und der ganzen Anlage. Ich war sehr beeindruckt.At Qutab Minar, Delhi


Feine Steinarbeiten zeigen einerseits die Handwerkskunst, aber auch noch etwas interessantes: Im Islam duerfen Kuenstler ja eigentlich keine Dinge aus der realen Welt darstellen, weshalb die Kunst in Moscheen immer abstrakt ist. Hier zeigt sich aber der indische Einfluss auf die Mogulherrscher, zum Beispiel an den eingearbeiteten Lotusblueten.

At Qutab Minar, Delhi

In unserer Gruppe war auch ein aelterer, in den USA lebender ausgewanderter Inder, der mit Reisefuehrer bewaffnet und scheint’s sehr gebildet war. Der geriet dann in einen groesseren Streit mit unserem lokalen Fuehrer. Dieser erklaerte naemlich, es sei ein verbreiteter Irrtum, dass der Turm von den Moslems gebaut wurde, er sei viel aelterer und sei von den genialen indischen Astonomen errichtet worden. Eine Ausgrabung haette das ergeben, sei dann aber wieder zugeschuettet worden. Klar, und auch ohne Fotos zu machen oder so. Der aeltere Herr bezichtigte ihn dann, Luegen zu erzaehlen, im Sinne der Hindutva – eine rechtskonservativ bis fundamentalistische Hindu-Bewegung, auf deren Konto auch das im letzten Eintrag berichtete Abbrennen der Moschee von Ayodhya geht. Der Fuehrer druckste darauf nur noch rum, und weigerte sich dann, seine Identifikationsnummer rauszugeben. Ups, das ging in die Hose. Die Rolle des Fuehrers uebernahm dann kurzerhand der Herr mit seinem Reisefuehrer.

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